Tipps

Egal wie man es macht, anschließend weiß man es besser!!!

So wird es wahrscheinlich jedem gehen.
Obwohl wir uns über Vieles im Vorfeld Gedanken gemacht haben, würden wir ein paar Dinge anders machen:

- Kellerisolierung: obwohl vorher besprochen, würden wir heute auf eine Isolierung des Kellers bestehen. Wir nutzen den Keller zwar nicht als Wohnraum, sondern nur als “Waschküche” und Vorratskeller, aber die Probleme (s. Bautagebuch) haben unsere Bedenken gerechtfertigt. Dadurch das das Wasser sehr langsam in tiefere Lagen versickert, drückt es immer gegen die vordere Kelleraußenwand. Die aufgetretene Nässebildung soll laut Architekt und Kellerbauer auf Schwitzwasser zurückzuführen sein. Das könnte durch direkte Isolierung verhindert werden. Bei uns wurde dieser Bereich im Nachhinein isoliert. P.s.: Bei einem jetzt enstandenen Keller wurde direkt isoliert!!!

- Jallousien: Auf Ratschlag des Architekten haben wir im gesamten Haus auf Jallousien verzichtet, da sich die Dämmung und Luftdichtigkeit an den Kästen recht schwierig gestalten soll. Im Nachhinein vermissen wir sie aber doch. Zum einen ist unser Sohn schlafen bei absoluter Dunkelheit gewohnt und zum anderen ist ein innenliegender Sonnenschutz nicht so schützend, wie eine außenliegende Jallousie. Die Kosten für so einen Innenliegenden Sonnenschutz darf man auch nicht unterschätzen (Gott sei Dank hatten wir eine gute Quelle direkt beim Hersteller).

- Stellplätze für Autos: Die große Garage ist super, nur leider passt da auch nur ein Auto rein. Da wir aber drei unterbringen müssen, reicht auch der Stellplatz vor der Garage nicht aus. Aus diesem Grund überlegen wir, rechts neben unseren Grundstück noch 3m auf ganzer Tiefe (also 3m x 28,5m) dazu zu kaufen, um dort ein Carport mit weiterem Stellplatz zu errichten. Verhandlungen dazu laufen.....

Es gibt aber auch Dinge, die wir jedem nur so anraten können:

- Heizungsanlage: Bei der Planung hat uns der Architekt von einer Fußbodenheizung abgeraten. Sie sei zu träge für ein Holzhaus. Das ist im Grunde auch korrekt. Allerdings kann man eine Fußbodenheizung auch “schneller” machen. Der Außenfühler ist bei uns nicht Richtung Norden gerichtet, sondern Richtung Süd-Osten. Dadruch bemerkt die Heizung schon am morgen, ob es sonnig ist oder nicht. Sollte es morgens kalt sein und die Sonne erst zum Mittag vom Himmel lächeln, dann registrieren das die direkt im einfallenden Sonnenlicht positionierten Raumfühler. Hat man jetzt noch einen Estrich, der nur etwa 40mm stark ist (über dem Rohr), hat man eine sehr reaktionsschnelle Heizung.

- Bodentiefe Duschtasse: Sehr gerne wird heute statt einer Duschtasse der Boden der Dusche nur gefliest, d. h. der Ablauf ist im Boden integriert. Bei einem Massivhaus ist das schon eine kritische Sache, in einem Holzhaus eher Russisch Roulette. Sollte da mal eine Fuge einen Riß bekommen, sickert das Wasser ungebremst ins Holz und in die Dämmung. Viel sicherer ist hier die Verwendung einer 65mm (bei genügend Geldmitteln natürlich auch 25mm) tiefen Duschtasse. Man baut dann aus Konstruktionsvollholz einen Rahmen an die Wände, auf dem die Duschtasse aufliegt. Darunter kann man sogar noch Dämmmatten legen, um den Geräuschpegel darunter klein zu halten. Das kann man so geschickt machen, daß man mit der Fliese dann genau den Rand der Duschtasse trifft, oder nur eine minimale Kante (bei uns etwas 1cm) hat. Ist sicherer und auch einfacher sauber zu halten! Auch eine Badewanne kann man so “tieferlegen”.

- Verlegung Kanalrohre: In fast allen Bautagebüchern, die ich gelesen habe und auch bei anderen Bauten in unserer Siedlung habe ich oft diese Abkastungen für Rohre gesehen. Aber warum? In unsrem Haus gibt es nicht eine einzige Abkastung. Die aufsteigenden Wasser und Gasrohre vom Keller bis auf den Speicher haben wir geschickt in die Wände verband, ebenso die Entwässerungsrohre aus den Badezimmern im Obergeschoß. Hier läßt sich durch gute Planung im Vorfeld und einem Heizungs- bzw. Sanifachmann, der nicht nur 0 8 15 macht, vieles verwirklichen.

Kabelverlegung in der Außenwand: Normalerweise wird von innen auf die noch rohe Wand eine 4cm bzw. 6cm, je nachdem ob Kabel oder Rohre versteckt werden müssen, starke Lattung aufgeschraubt, auf die dann die Rigipsplatten aufgebracht werden. So verliert man natürlich Wohnraum und außerdem eine stabile Wand. Wir haben uns erkundigt, wie man das umgehen könnte. Das Problem ist, das die Hohlwanddosen dann in der Luftdichtigkeitsschicht eingebaut werden, diese also nicht mehr Luftdicht ist! Aus diesem Grund haben wir Holzabdeckungen aus OSB gebaut, die wir von hinten über die Hohlwanddosen sowohl geklebt als auch geschraubt haben. Außerdem wurde das Ganze noch mit Dichtungsmaterial abgedichtet. Anstelle normaler Hohlwanddosen haben wir Hohlwanddosen mit Membran verwendet. Dabei werden die Kabel durch eine Gummisicke in die Dose geführt, so daß auch dieser Übergang luftdicht ausgeführt ist. Die Auswertung des Blower Door Tests liegt zwar immer noch nicht vor, jedoch ist beim Testen an keiner Dose Zugluft spürbar gewesen.

- Brunnen für Gartenwässerung: Auch wenn es ein Kraftakt war, bei der Gartengröße ist ein Brunnen Pflicht! In den ersten zwei Wochen, nachdem wir den Rollrasen gelegt haben, sind 10qm (10000Liter) Wasser für die Bewässerung der Gartenanlage “draufgegangen”. Da amortisiert sich ein Brunnen sehr schnell. Allerdings sollte man etwas Geld investieren. Ein 1m geschlitztes Rohr zum Ansaugen, ein Ruckschlagventil im Ansaugrohr am Boden des Brunnens, sowie eine solide Pumpe (bei uns DAB) sollte einem das sonst fast kostenlose (Strom) Wasser schon wert sein. Investitionskosten etwa 300 Euro. Dafür braucht man beim Gießen nicht auf den Wasserzähler zu schauen!!!